Freitag, 18. November 2016

Post aus dem Ewigen Eis

Was bei allen Göttern Gors mache ich hier überhaupt? Nackt in den Fellen liegend erwache ich mit einer leeren Kalanaflasche in der Hand. Wo kommt die denn jetzt bitte her? Und mein Schädel brummt. Was ist gestern passiert? Ich versuche mich zu erinnern, allerdings scheinen die Bilder vor meinen Augen zu verschwimmen, als ich gestern Abend die Taverne "Zur fliegenden Pfanne" betrat. Das grelle Licht blendet mich. Was für ein Anblick Elend ich doch sein muss. Diese unendliche Verzweiflung bald das ersehnte Sardar zu erreichen und nach all den Tagen nichts erreicht zu haben ist groß. Ohne Heim, ohne Orientierung in dieser kalten Welt, ohne Perspektive. Was passiert mit mir, wenn die Reise vorbei ist? Wird mich das Dorf wieder aufnehmen, auch wenn ich wirklich nichts erreichen konnte? Und was ist das für eine unerfüllte Leere in mir?

Wie ein Häufchen Elend betrinke ich mich

Ohne jegliche Orientierung wandle - nein schwanke - ich aus dem Herbergszimmer. Ein schrecklich lautes Brüllen lässt mich zusammenzucken und fast schon hätte ich nicht ganz so freundlich geantwortet, als ein recht zartes Weib auf mich zu läuft und mir wortlos und wahrscheinlich ebenso verwirrt wie ich einen Brief überreicht. Nanu, ein Brief für mich? Von wem? Ich habe niemandem aus dem Dorf erzählt, wo ich gerade bin. Wer anders sollte mir gerade schreiben? Meine Augen blinzeln dumpf, noch immer benebelt starre ich auf das gefaltete Stück Pergament, welches mit einem unbekannten Siegel verschlossen wurde. In feiner, geschnörkelter Schrift mit blauer Tinte ist deutlich mein Name zu erkennen: An den Pilger: Emilio Jamal. Ich hebe den Blick, aber das Weib war bereits verschwunden. Kein Wunder, ich muss einige Ehn dagestanden haben und nur den Brief angestarrt haben, als hätte sie mir gerade 5 goldene Tarskstücke in die Hand gedrückt. Mein Herz rast, obgleich mein Kopf noch dämmrig schläfrig vor sich hin dröhnt. Endlich drehe ich den Brief, suche den Absender, aber ich finde keinen. Dass ich, DER Emilio Jamal, gemeint bin, das steht außer Frage. Mit zittriger Hand öffne ich etwas ungeschickt den Brief und nehme einen feinen Bogen Papier hervor. Der Absender muss eine hohe Kaste besitzen, denke ich noch, denn das Pergament ist fein und hochwertig, die Schrift ebenso klar und schwungvoll geschrieben, vermutlich aus der zierlichen Hand einer Frau.

Emilio...

Als ich von Jorts hörte, befürchtete ich das Schlimmste. Aber auch, dass ich Dich dort finden kann. Der Bote kennt den Absender nicht, aber Du sicher die Unterschrift, komm bitte nach Helvegen, sobald es Dir möglich ist und wenn Du es auch willst.

Deine Tavernenbekanntschaft

Ich lasse den Brief sinken, starre für einen Moment gen Hafen. Nichts passiert, die Zeit scheint still zu stehen. Es geht ihr gut, ist mein erster Gedanken. Mein nächster Impuls ist sofort aufzubrechen. Ich stecke den Brief weg, ganz tief in eine Tasche und packe meinen gepackten Sack. Es hält mich ohnehin nichts mehr hier, außer der Alkohl und die Sklaven - und dies vermag die Lücke in meinem Herzen nicht zu schließen. Sofort breche ich mit der nächsten Fähre auf, gen Norden. Und ob ich es will, denke ich noch, während mir der kalte Wind um die Ohren pfeifft.

Schuhwerk, made in Jorts Fähre

Mindestens eine ganze Hand lang führte mich mein Weg weiter entlang des Vosks, einer der langen, zentralen Flüsse Gors. Wie ich schon erwähnte, liegen dort Reihe an Reihe verschiedene Städte, sodass ich nicht selten in angenehm luxuriös ausgestatteten Herbergen nächtigen konnte. An diese Bequemlichkeit könnte ich mich glatt gewöhnen. Hammerfest, Siba oder Jasmine sind nur ein Bruchteil von einflussreicher Städte, die der sogenannten Vosk-Liga angehören, einem Zusammenschluss zum Schutz und zur Unterstützung dieser Orte. Darunter ist ebenso Jorts Fähre zu finden, mein nächstes Pilgerziel.


Über die Fähre erreicht man Jorts

Kaum hatte ich über die Fähre das feste Land betreten, wurde mir bewusst, dass ich immer noch ohne Stiefel durch Gor laufe. Die Planken sind kalt, sehr kalt und je weiter ich reise, umso näher komme ich dem Norden. Es wird also Zeit die baren Füße hinter sich zu lassen und für richtiges Schuhwerk zu sorgen. Glücklicherweise habe ich vorgesorgt und mir von einer meiner letzten Jagdausflüge ein paar Felle besorgt, die mir nachts Wärme und Polsterung bieten, zumindest ein wenig. Und Schnüre, die bekommt ein freundlicher Pilger im Austausch für ein paar mitreißende Geschichten natürlich geschenkt - um das Seelenheil vor den Priesterkönigen zu schützen. So kann es doch losgehen, in den Norden, oder?

Voll ausgestattet mache ich mich selbstsicher auf die Weiterreise

Sonntag, 13. November 2016

Der Tadschmahal

Der Tadschmahal ist eigentlich vielmehr eine Stadt und bildet mein nächstes Ziel. Ich bin sehr gespannt, was mich an diesem Pilgerort erwarten wird. Der Namen erinnert mich ja eher an eines der prunkvollen Gebäude aus den südlichen Regionen. Durch einen kleinen Umweg in den südöstlichen Teilen Gors, vorbei an Torcodino, wo alle Straßen zusammenlaufen, gelange ich an mein Ziel und stehe - wie es die Götter Gors so wollen - vor unzähligen Stufen. Und noch während ich mich frage, ob ich der einzige Pilger bin, der verdammt wurde nach der kräftezehrenden Reise noch halbe Berge erklimmen zu müssen, so wird mir bewusst, dass ich mich nun näher denn je meiner alten Heimat, dem kleinen Dorf nähe Talmont am Voltai-Gebirge, befinde.

Das Leiden des Pilgers - viele Stufen kurz vor dem ersehnten Ziel

Endlich oben angekommen ringe ich zunächst nach Atem und versuche meine vor Anstrengung fast taub gewordenen Beine zu beruhigen. Nie habe ich mir ein Ale so sehr herbeigewünscht wie in diesem Moment. Oh doch, jetzt fällt mir ein - eigentlich sehne ich mich immer nach einem kühlen, frischen Ale. Wie üblich, wenn ich einige tausend Passang hinter mich gebracht habe und die Drei Monde ihre zahlreichen Umläufe über meinen müden Körper ziehen, frage ich mich, was mir diese Reise eigentlich bringen soll. Wo ist meine Selbstfindung? Wie weit ist es noch, bis ich mein Selbst gefunden habe? Wo werde ich sie finden? Suche ich an den richtigen Stellen? Langsam spüre ich einen inneren Drang. Etwas, das mir fehlt. Ist es die Einsamkeit, die mich langsam verrückt werden lässt? Früher verbrachte ich mehrere Ahn alleine in den Wäldern, ich trug nur Speer und Bogen bei mir und das einzige Lebewesen in meinem Umkreis war das Wild, das ich erlegte. Damals hatte mich diese Einsamkeit nicht berührt - ganz im Gegenteil, ich suchte sie sogar. Aber zu Jagen und zu Pilgern, das sind zwei verschiedene Dinge und während ich mich von Ort zu Ort schleppe, quälend lange Wege in der Einöde hinter mich bringe und dabei keine Goreanische Seele treffe, überkommt mich doch ein Hauch von Einsamkeit. Was würde ich dafür geben dieses Gefühl von mir zu werfen?

Die Drei Monde nehmen ihren Lauf, Tag für Tag, Hand für Hand

Es kommt mir gelegen, dass es in dieser Stadt einige hübsche Sklavinnen gibt. Ich meine, wie sehr ich mich nach Nähe sehne, das dürfte dem gewandten Leser mittlerweile bekannt sein. Und wenn ich meine Sehnsucht nach etwas Gesellschaft zwischen den Beinen einer Sklavin suchen muss, dann bleibt mir wohl keine andere Wahl. Um ehrlich zu sein, jetzt, wo ich genauer darüber nachdenke, fühle ich diese kühle Einsamkeit, nachdem ich Lady Nasty verlassen musste, um weiterzureisen. Mein Herz macht einen schmerzvollen Sprung, als ich an sie denken muss. Wie geht es ihr? Ob sie schon gefasst wurde? Oder wird sie noch gesucht? Ich spüle meine Gedanken und Gefühle mit Alkohol runter und lasse mich von zwei Sklavinnen nach einem reichlichen Festmahl ins örtliche Badehaus führen. Die Lust steigt mir zu Kopfe und als ich meine Energie in der Sklavin entladen konnte, spüre ich, wie eine Last von meinen Schultern weicht. Einmal mehr stelle ich mir die Frage, ob das wirklich der Sinn sein kann, nach dem ich gerade strebe...

Ein alter Säufer am Flussufer - so will ich nicht enden

Montag, 31. Oktober 2016

Galicien, Heimat der Sklavenhändler

Ich breche früh am nächsten Morgen auf. Noch immer schwirrt mir der Kopf von Nasty und der besagten Nacht in der Oase. Meine Pilgerreise scheint sich immer tiefer in wirre Situationen zu vernetzen. Wie soll ich bei dem Durcheinander noch mein Selbst finden? Mir bleibt ein Kloß im Halse stecken, als ich Belnend verlasse. Hatte meine Reise damals schon geendet, noch ehe ich sie begonnen habe? Wie schwer lastet dieses Vergehen auf meinem Konto vor dem Tribunal der Priesterkönige?

Nachdenklich starre ich gen Sonnenuntergang, während das Boot den Issus hinabfährt

Das nächste Ziel zu erreichen war leichter als zunächst gedacht. So langsam gewöhne ich mich also doch noch an die Strapazen der langen Fußmärsche, holprigen Karren und schaukelnden Bootsfahrten. Von Belnend aus geht es wieder einige tausend Passang gen Osten ins Landesinnere. Am endlos langen, breiten Vosk liegen einige bekannte Städte, wie Port Cos oder Turmus. Doch die lasse ich alle hinter mir, denn mein Weg führt weiter am Nebenfluss Issus entlang, welcher im Ias-See mündet. Dort finde ich auch das kleine Dorf Galicien. Zunächst liegt dieses unscheinbar auf einer hügeligen, felsigen Landschaft, umrahmt von dichten Laubbäumen. Es ist kälter hier und deutlich undurchsichtiger als in der Stadt. Mal steht ein Haus auf einer Anhöhe, mal hinter ein paar Bäumen, mal umrahmt von felsigen Erhöhungen und nur zu erreichen durch tiefe Schluchten. Wow, hier verläuft man sich als Fremde sicherlich oft!

Galicien, ein Dorf voller Höhen und Tiefen

Entsprechend erleichtert erreiche ich endlich den Eingang zum Dorf. Dort werde ich überaus gastfreundlich aufgenommen, was mich durchaus überrascht. Ich habe mir einen rauen, ruppigen Umgang unter Sklavenjägern und -händlern vorgestellt. Stattdessen verbringe ich dort ein paar sehr angenehme Tage mit freundlichen, offenen Gesprächen und hübschen Sklavinnen, wohin das Auge nur reichte.

Ein netter Abend bei einem Ale mit einer hübschen Sklavenhändlerin
Wer hier eine Sklavin sucht, wird sicherlich fündig

Der Besuch in Galicien ließ mich fast die Sorgen vergessen, die mich quälen. Nur nachts, als ich wieder mal schlaflos im Bett liege und über meine Pilgerreise grübele, da frage ich mich doch, was gerade mit Lady Nasty sein möge. Wurde sie schon geschnappt? Hat man sie bereits einem Richter vorgeführt? Hoffentlich wird mich ein Vulo aus Belnend noch rechtzeitig erreichen, bevor es zu spät ist. Ich wälze mich noch die halbe Nacht hin und her und finde einfach keine ruhige Ihn. Entsprechend müde mache ich mich am nächsten Tag zur Weiterreise auf.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Brandheiße Gerüchte - Eine Tat mit Folgen

Man hört ja vieles auf den Straßen einer großen Stadt. Irgendwer war auf Reisen, sieht irgendwas, erzählt es seinem Weib, das wiederum erzählt es der Nachbarin, ein unbefugtes Sklaven-Ohr lauscht heimlich neben der Arbeit zu - und schon weiß es die ganze Stadt. Kein Wunder also, dass ich die Nachricht in vielfacher Ausführung gleich zu hören bekomme. Irgendwann fällt mir dann selbst das besagte Pergament ins Auge.

Gesucht wird Lady Nasty, wegen sklavenhaftem und unsittlichem Verhalten

Nasty Palen, welche ich einst in der Oase der zwei Scimitare traf und zuletzt am kleinen Dorf nahe Belnend wieder sah, wird gesucht. Dieses Weib verfolgt mich aber auch überall hin! Fünfzehn satte Silber zahlt man für sie - natürlich lebendig. Ich spreche darüber mit Bo, dem Kommandanten Belnends und erfahre, dass es sich bei dem Kläger um niemand anderen als den hoch ansässigen Händler und Gefährten der Tatrix persönlich handelt... Mir wird schlecht. Sofort schießt mir das waghalsige Spielchen aus jener Nacht in der Taverne der Oase in den Kopf. Fast schon habe ich es wieder vergessen. Natürlich war es jedem Zufall fern, dass sich diese Situation so oder so ähnlich noch einmal abgespielt hat, deshalb konnte nur die besagte Auseinandersetzung gemeint sein (nachzulesen hier: "Ein waghalsiges Spiel"). Mein Herz pocht, mein Gesicht muss kreidebleich sein und ich verschlucke mich an meinem deftigem Frühstück, dass ich gerade in der Herberge verzehre. Bo scheint die Sache für absurd zu halten und ich versuche gute Miene zum bösen Spiel zu machen, was mir allerdings nur gelinde gelingt. Zwar trage ich momentan noch keine Stiefel, aber hätte ich welche an, würde mich diese Nachricht glatt aus eben diesen hauen. Diese kleine verruchte Idee trug weitaus größere Konsequenzen mit sich, als zunächst angenommen... Glücklicherweise bin ich mir um keine Ausreden verlegen - und Bo entpuppt sich als ein neuer Freund.

Wie es weitergehen wird, erfahren wir hoffentlich bald.

Samstag, 29. Oktober 2016

Der Weinkeller

Die Tage werden kürzer, kälter und regnerischer. Das überwiegend warme, trockene Wetter neigt sich dem Ende zu. In diesen Zonen Gors wechseln sich die Zeiten der Sonne mit den Zeiten des Schnees ab. Unter meinen nackten Füßen spüre ich, wie der Pflasterstein der Stadt immer kühler wird und sehe die Bäume, wie sie ihr saftig grünes Blattwerk gegen einen goldbraunen Mantel tauschen.

Ich sitze, wie fast schon üblich, in der Herbergsküche und lasse es mir gut gehen. Enco, ein wirklich zuvorkommender Bewohner Belnends, sitzt bei mir. Der Wind peitscht gegen die klappernden Fenster und lässt die dicken Regentropfen hart gegen das Glas prasseln. Es ist spät, der Paga schon fast leer. Da kommt uns eine Idee die abendliche Gesellschaft in den Weinkeller Belnends zu verlegen. Gemeinsam mit drei Sklavinnen, einer blonden, einer roten und einer exotisch dunklen Kajira machen wir uns auf den Weg. Was für ein Anblick! Der gute Kalana wird hier unten im tiefen, kühlen Kellergewölbe in Fässern gebunkert. Wenige Ehn später sitzen wir Kalana saufend beisammen und betrachten die nacheinander tanzenden Sklavinnen. Das flüssige Gold scheint hier endlos die Kelche zu füllen. Die Köpfe schwindeln vom vielen Alkohol und die Hemmschwelle sinkt. Das würde ich am nächsten Morgen arg bereuen!

Der Weinkeller

Tatsächlich fühle ich mich nicht ganz so schlecht wie vermutet als ich die Augen langsam öffne, geweckt vom Tageslicht. Was genau passiert ist, daran erinnere ich mich so gut wie gar nicht mehr. Ich sehe nur noch das hübsche Gesicht der blonden Sklavin vor mir. Ich glaube, sie heißt Ria oder so. Ach, da waren noch die exotischen Tanzbewegungen und die schwitzig dunkle Haut der anderen Sklavin. Wow, so langsam versacke ich wohl in dieser Stadt...

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Der Pilger ohne Stiefel

Belnend... staunend stehe ich vor den hohen, gut bewachten Steinmauern. Unter einer offenen Handelsstadt habe ich mir logischerweise eine offene Stadt vorgestellt. Wie ein Depp muss ich aussehen, der mit weit geöffnetem Mund vor den Toren Belnends steht. Sind die Gemäuer hier noch höher als in En'Kara? Wenn das so weiter geht, bekomme ich bald eine ordentliche Nackenstarre. Man merkt doch, dass ein Kommandant der Roten Kaste hier das Sagen hat, auch wenn gemunkelt wird, dass seine Gefährtin häufig ihre machtgierigen Finger im Spiel haben soll.

Eingang zu Belnend

Kaum passiere ich die hohen Mauern, schon finde ich mich in einer belebten Handelsstadt wieder und werde als Pilger gewohnt herzlich empfangen. Ich könnt mich glatt dran gewöhnen. Gleich werde ich auf ein Ale in der Herberge eingeladen. Mir schmerzen die Füße. Von der wohltuenden Massage am Kurort Siwa ist nichts mehr übrig geblieben. Am Tisch sitzen schon einige Freie, darunter auch der Kommandant. Erleichtert endlich zu sitzen, kicke ich die verschlissenen Stiefel von den wunden Füßen. Das schien keine so gute Idee zu sein. Puh! Sind das etwa meine Füße, die mir just den Atem rauben? Die Damen am Tisch drehen sich verschämt weg und pikieren sich über den unangenehmen Geruch, der sich schleichend verbreitet.

Eine gesellige Runde in der Herberge

Bevor ich noch Schmerzensgeld abdrücken muss, befehle ich die nächstbeste Sklavin mir die Füße zu waschen. Das arme Ding versucht sich nicht zu sehr zu zieren, doch als sie mit einer dampfenden Schale mit angenehm säuerlichem Zitronenduft ankommt, vergesse ich jegliches aufkommendes Mitleid und strecke ihr die Beine entgegen. Himmel, tut das gut! Ist das etwa eine Gänsehaut, die ihre kleinen, geschickten Finger in mir auslösen? Ich lehne mich zurück, genieße den wohlig warmen Alkohol und die angenehme Gesellschaft. Die Stiefel betrachte ich argwöhnisch. Freiwillig schlüpfe ich nicht in den kläglichen Rest von Leder, weshalb ich sie gleich entsorgen lasse. Irgendwo werde ich in dieser großen Stadt schon ein neues Paar auftreiben können. Außerdem ist es gar nicht mal so übel den Weg, den ich bereise, unter mir zu spüren. Der raue Pflasterstein, das weiche Gras, die spitzen Kieselsteine... Unwillkürlich musste ich an das Weib denken, das ohne Schuhwerk durch Gor wandelt. Und auch wenn ich sie dafür verurteile, so kann ich sie jetzt ein kleines bisschen verstehen.

Das Mädchen mit den zarten Händen

Sonntag, 25. September 2016

Sie



Am Feuer sitzend betrachte ich ihr Gesicht lange. Ich versinke regelrecht in ihren tiefbraunen Augen. Sie ist ein leichtes Mädchen, das habe ich schon direkt zu Beginn meiner Reise in der Oase der Zwei Scimitare erfahren. Das merke ich auch an ihrem Kuss, ihrem Blick und ihrer Art. Wie viel Freude sie zeigt in unterschwelligen Andeutungen und mit welcher Leichtigkeit sie ihre Sklaven behandelt. Sie lebt auf dem Land, umgeben von Bäumen, nahe Belnends. Mit nackten Füßen läuft sie über das taufeuchte Gras und lässt sich diese von ihrer Sklavin massieren. Ihr Leben erscheint mir so leicht wie einfach zu sein; und reich. Kein Wunder, sie war einst eine Regentin, so erzählt sie. Was unterscheidet sie von den anderen Weibern? Das kann ich Dir sagen. Sie ist Weib und Sklavin zugleich. Nicht so prüde wie eine Freie, nicht so langweilig und abgestumpft wie eine Sklavin. Und dennoch von den Kerlen respektiert und geachtet. Ich frage mich, warum sie ohne Schuhwerk durch die Welt läuft…

Mit Vorliebe spielt Nasty mit ihrer kleinen Sklavin, ich schaue ihr dabei zu

Das Dorf ist sehr klein. Abends scheinen sich immer dieselben Gestalten am Lagerfeuer zu tummeln. Aber sie scheinen alle zufrieden mit diesem Leben zu sein. Ich würde gerne noch länger bleiben, aber Belnend, meine nächste Station, ist schon zum Greifen nahe. Abends sitze ich alleine mit ihr allein am wärmendem Feuer und wir reden ein wenig über die Priesterkönige und die Welt. Ich weiß immer noch nicht recht, was ich ihr gegenüber empfinden soll. Sie ist mir sonderlich, anders. Ich packe meine Sachen und bereite mich mit viel Paga und einer langen Nacht auf meine Weiterreise vor.

Wir reden noch lange und vergessen dabei die Zeit

Samstag, 24. September 2016

Der Kuss



Unsere Lippen berühren sich. Meine Augen sind geschlossen. Wow, ihre Lippen sind noch weicher, als sie im seichten Licht aussehen, wenn sie zart rosa glänzen. Ich versuche meine Gier unter Kontrolle zu halten. Ihr warmer Atemhauch berührt meine Haut, ich schnaufe. Wie ein elektrischer Schlag zuckt ein Gefühl durch meinen Körper und mein Herz verkrampft sich, als sie ihre Lippen öffnet und beginnt meinen Kuss zu erwidern. Jetzt können mich keine zehn Kaiilas mehr aufhalten. Mit meiner großen, kräftigen Hand packe ich schwungvoll und bestimmt ihre Hüfte und ziehe sie an mich heran. Die andere Hand streichelt widersprüchlich zärtlich durch das blonde Haar, die losen Strähnen gleiten zwischen meinen Fingern hinab. Sie neigt den Kopf gierig und ich gebe ihr, was sie verlangt. Meine Zunge drängelt sich zwischen ihre Lippen. Ich weiß was ich will und nehme es mir auch. Dass sie eine Freie ist stört mich in diesem Augenblick herzlich wenig. Langsam regt sich etwas in meiner Hose. Ich spüre die übermannende Lust. Sie presst sich nun auch von selbst an meine nackte Brust und drängelt sich an mich heran. Der blasse Körper an meiner dunklen, sonnengebräunten Haut. Ich kann mir ein Schmunzeln in den Kuss hinein nicht verkneifen. Sie muss wohl meine Lust spüren, denn jetzt passt nicht einmal mehr ein Luftzug zwischen uns. Ihr Körper berührt mehrmals meine Beule zwischen meinen Schenkeln, was mich zum wohligen Aufseufzten bringt. Unsere Zungen schlingen eng aneinander, spielerisch versucht sie meine zu übertrumpfen, aber ich bin hartnäckig und leite den Kuss weiterhin. Unsere Körper winden sich in dem leidenschaftlichen Spiel der Dominanz. Angeheizt packe ich zu, meine Hand umfasst ihren Schopf und zieht ihren Kopf weiter nach hinten, damit ich mehr Spielraum in ihrem Mund habe. Die andere Hand auf ihren Hüften rutscht zielstrebig zurück auf ihren kleinen Arsch. Ich drücke die Fingerspitzen in das straffe Fleisch, sie gibt ein leises Stöhnen von sich. Sie ist so zierlich, als würde sie gleich unter meinen starken Armen zerbrechen, aber das hält mich nicht auf. Und es scheint ihr sehr zu gefallen. Sie wird wilder, feuriger und ist unter den vielen Schichten ihrer Robe sicherlich schon feucht wie die Thassa. Als sich ihre kleinen Brüste an mich pressen spüre ich jedenfalls ihre harten Nippel durch die vielen Stoffe hindurch. Unsere Atemzüge gehen schneller, unregelmäßiger. Die Lust überkommt uns. Aber bevor der sinnliche Kuss eskaliert, drücke ich sie von mir weg. Sie ist schön, wunderschön. Ihre tiefbraunen Augen funkeln mich an, ich sehe die Lust, das Feuer in ihr, obgleich sie eine Freie von hohem Stand ist. Trotz der Hitze des Lagerfeuers spüre ich, wie sich meine Häärchen im Nacken zu einer Gänsehaut aufstellen. Eiskalt jagt der Schauer über meinen Rücken und mein Herz hämmert so wild gegen die Brust, dass ich Angst habe sie könnte es hören. Bin ich verliebt?