Kurz bevor ich die Ohnmacht verliere, reißt mich der Schrei wieder ins Bewusstsein. Ich liege auf dem Rücken. Meine Haut brennt überall. Das Brüllen des Kurs mischt sich mit anderen, viel menschlicheren Schreien. Ich sehe hinauf an den Kanten der Klippen, die in die Schlucht führen, und erkenne Schatten, die eilig hin und her laufen oder in Deckung gehen. Ich höre ein vertrautes Surren von Pfeilen, die pfeiffend die Luft entzweien, bis sie ihr Ziel im dunklen Fell des Kurs gefunden haben. Der Pfeilhagel regnet auf das Monster hinab und während es rasend vor Wut um sich schlägt, kann ich mich schwerfällig und blutend von ihm wegschleifen.
Ich höre Wasser rauschen. Noch nicht ganz sicher, ob ich tot oder lebendig bin - angesichts der Schmerzen plädiere ich ja doch auf mehr lebendig als tod - schaffe ich es sogar noch mich auf die Beine zu hiefen. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Wankend, humpelnd und keuchend schleppe ich mich weiter, die Schlucht entlang. Sie ist endlos... Als hätten die Götter meinen letzten Wunsch erfüllt erkenne ich eine Abzweigung. Doch gerade, als sich die Abzweigung für mich als rettenden Ausgang entpuppt (die Schlucht endet an einem großen See), bebt hinter mir die Erde unter den trabenden Massen des Kurs. Er hat wohl entdeckt, dass ich geflohen bin. Mich zu finden ist für ihn angesichts des starken Geruches nach Blut nicht schwer. Ich drehe mich nicht mehr um, sondern nehme meine letzte Kraft zusammen. Ich habe tatsächlich noch eine Chance dem Kur zu entkommen. Die Hoffnung, die ich schon nach dem ersten Schlag aufgeben wollte, kehrt zurück und erfüllt mich mit neuem Lebenswillen. Wie ein Wahnsinniger sprinte ich auf das Ufer zu, links und rechts neigen sich die Klippen immer mehr, bis ich an das Ende der Felsspalte gelange. "Menschenpack! Du wirst mir nicht entkommen!" Er holt aus und während ich mit einem Hechtsprung ins Wasser falle, trifft mich eine Kralle ein letztes Mal am Bein.
Ich lande hart auf der Wasseroberfläche. Schlaff sinkt mein Körper ins kühle Nass, bis ich merke, dass ich langsam untergehe und kräftig gegen den Widerstand trete. Ich nehme einen tiefen, schmerzvollen Atemzug, die klare Luft strömt durch meine Lungen. Ich höre den Schrei voller Wut, voller Frustration. Der Kur steht hilflos am Ufer, eingesperrt durch die Kliffhänge und setzt keinen Fuß ins Wasser. Das war meine rettende Idee, denn Kurii meiden das Wasser mehr als alles andere.
Jetzt, wo ich in Sicherheit bin, spüre ich die Erschöpfung. Auch der unsägliche Schmerz kehrt zurück, das kalte Nass prickelt unangenehm auf meiner Haut und färbt sich rötlich um mich herum. Mir fällt es schwer über Wasser zu bleiben. Ich versuche auf das andere Ufer zu schwimmen, doch gerade, als ich dort ankomme, geben meine Kräfte nach und ich sacke auf dem sandigen Boden zusammen. Ich gebe nach und falle in endlose Tiefen.
Hier halte ich meine Erlebnise, Reisen und Alltäglichkeiten fest. Der Blog beschreibt meinen Wahnsinn auf Gor. Meine Gefährtin Nasty wird mich dabei unterstützen und ihre Sichtweise erzählen.
Dienstag, 28. November 2017
Das Untier aus der Schlucht
Ich weiß noch nicht, was sich hinter dem Grollen verbirgt. Aber ich weiß, wann es an der Zeit ist die Beine in die Hände zu nehmen und zu laufen. Genau das tue ich jetzt auch. Das Adrinalin pumpt durch meinen Körper, lässt mich Schmerz und Benommenheit vergessen. Wieder durchquert mich die Frage, ob ich in die richtige Richtung oder aber in meinen sicheren Tod laufe? Das, was mich gewittert hat, ist kein harmloses Giani. Auch kein Sleen gibt solche Laute von sich und diesem wäre ich selbst bewaffnet und in bester körperlicher Verfassung weit unterlegen gewesen. Nein, das ist weitaus furchteinflößender als ein Larl im Blutdurst. Ich wage es nicht mich umzudrehen, aber ein markerschütterndes Brüllen verrät mir, dass es hinter mir her ist und mich mühelos einholt. Ich verlangsame meinen Sprint und drehe meinen Oberkörper leicht nach hinten. Eine mindestens zwei Meter große, tiefschwarze Gestalt erhebt sich hinter mir in angriffslustiger Gebärde und füllt den engen Felsgang aus. Das animalische Maul in blutdurstiger Gier verzerrt, das tiefschwarze Fell im puren Jagdtrieb aufgestellt. Ein Schaudern, wie ich es noch nie in meinem Leben gespürt habe erfasst mich, als ich diesem abgrundtief hässlichen, pelzigem Monster direkt in seine großen, rötlichen Augen starre. Ein, vielleicht zwei Momente vergehen so, dann springt das Wesen mit einem Ruck vor und wirft mich durch die Erschütterung, die hunderte Pfund schwerer Körper verursacht, zu Boden. Die gefährlichen Klauen sind nur noch um haaresbreite von mir entfernt!
Ich habe schon als kleiner Junge von den Kurii gehört. Aber begegnet bin ich noch keinem, geschweige denn aus nächster Nähe. Lasst mich euch sagen, wenn das mein Tod sein soll, so ist es das Furchtbarste, was ich in meinem letzten Atemzug hätte sehen und riechen können. Das riesige Maul neigt sich mir entgegen und es stinkt nach einem Berg voller Leichen. Ich schließe fest die Augen, erwarte einen Schmerz oder zumindest einen schnellen Tod. Dann tut es etwas, was ich nicht erwartet hätte. Es spricht... "Ein Widerling von Mensch bist Du, duftest dennoch so süß nach Blut... Mich hungert es und doch langweilt es mich so sehr, dass ich noch etwas mit Dir spielen möcht..." Die Stimme donnert so laut, dass Geröll von den glatten Felswänden abbröckelt. Der Kur sog die Luft tief durch seine geschlitzen Nüstern ein. Ich spüre seinen heißen, feuchten Atem auf meiner nackten Haut. Er stöhnt auf und leckt sich die Lefzen. Er müsse nur einmal zuschnappen, er könnte mindestens meinen Kopf in einem Stück verschlingen. Jetzt, wo er mir so nahe ist, erkenne ich die zwei Reihen messerscharfer Zähne. Ich wage es kaum zu atmen, als das Monster seine krallenbesetzte Pranke hebt und mich mit einem mühelosen Schlenker quer gegen die Wand schleudert. Mir raubt es den Atem. Spielt es mit mir? Ich fühle mich wie eine nackte, wehrlose Puppe. Warmes Blut strömt aus meiner Brust. Noch bevor ich mich aufraffen kann, höre ich sein dröhnendes, höhnisches Lachen und spüre erneut, wie mein Körper aufgeschlitzt wird. Ich schließe fest die Augen. Was ist schlimmer als ein schneller Tod? Ein langsames, qualvolles und so demütigendes Ende wie das meine mir bevorsteht. Jeder Jäger meines Volkes träumt davon einen Kur erlegen zu können. Doch ich, ich werde entblößt und entwaffnet von ihm zu Grunde gerichtet. Er spielt mit mir, bis ich sterbe. Jetzt ist es um mich geschehen! Wenn ich Glück habe, frisst er meinen leblosen Körper, dann wird niemand erfahren, was passiert ist. Ob mich überhaupt jemand vermissen wird? Wo ich doch nur ein Pilger ohne Ehre, ein Landstreicher bin?
Die Dunkelheit übermannt mich so schnell, wie sie zuletzt gegangen war. Ich höre nur noch dumpf den Freudenschrei, den der Kur instinktiv ausstößt, bereit mich zu verschlingen... Oder war es doch ein Schrei des Schmerzes?
Ich habe schon als kleiner Junge von den Kurii gehört. Aber begegnet bin ich noch keinem, geschweige denn aus nächster Nähe. Lasst mich euch sagen, wenn das mein Tod sein soll, so ist es das Furchtbarste, was ich in meinem letzten Atemzug hätte sehen und riechen können. Das riesige Maul neigt sich mir entgegen und es stinkt nach einem Berg voller Leichen. Ich schließe fest die Augen, erwarte einen Schmerz oder zumindest einen schnellen Tod. Dann tut es etwas, was ich nicht erwartet hätte. Es spricht... "Ein Widerling von Mensch bist Du, duftest dennoch so süß nach Blut... Mich hungert es und doch langweilt es mich so sehr, dass ich noch etwas mit Dir spielen möcht..." Die Stimme donnert so laut, dass Geröll von den glatten Felswänden abbröckelt. Der Kur sog die Luft tief durch seine geschlitzen Nüstern ein. Ich spüre seinen heißen, feuchten Atem auf meiner nackten Haut. Er stöhnt auf und leckt sich die Lefzen. Er müsse nur einmal zuschnappen, er könnte mindestens meinen Kopf in einem Stück verschlingen. Jetzt, wo er mir so nahe ist, erkenne ich die zwei Reihen messerscharfer Zähne. Ich wage es kaum zu atmen, als das Monster seine krallenbesetzte Pranke hebt und mich mit einem mühelosen Schlenker quer gegen die Wand schleudert. Mir raubt es den Atem. Spielt es mit mir? Ich fühle mich wie eine nackte, wehrlose Puppe. Warmes Blut strömt aus meiner Brust. Noch bevor ich mich aufraffen kann, höre ich sein dröhnendes, höhnisches Lachen und spüre erneut, wie mein Körper aufgeschlitzt wird. Ich schließe fest die Augen. Was ist schlimmer als ein schneller Tod? Ein langsames, qualvolles und so demütigendes Ende wie das meine mir bevorsteht. Jeder Jäger meines Volkes träumt davon einen Kur erlegen zu können. Doch ich, ich werde entblößt und entwaffnet von ihm zu Grunde gerichtet. Er spielt mit mir, bis ich sterbe. Jetzt ist es um mich geschehen! Wenn ich Glück habe, frisst er meinen leblosen Körper, dann wird niemand erfahren, was passiert ist. Ob mich überhaupt jemand vermissen wird? Wo ich doch nur ein Pilger ohne Ehre, ein Landstreicher bin?
Die Dunkelheit übermannt mich so schnell, wie sie zuletzt gegangen war. Ich höre nur noch dumpf den Freudenschrei, den der Kur instinktiv ausstößt, bereit mich zu verschlingen... Oder war es doch ein Schrei des Schmerzes?
Es wird wieder hell...
Nur mit Mühe schaffe ich es meine schweren Augenlieder zu öffnen. Alles fühlt sich so taub an. Das grelle Licht blendet mich. Noch bevor ich das verschwommene Bild vor mir erkenne, hebe ich meinen Oberkörper an. Was ist passiert? Hab ich wieder zu viel gesoffen? Übelkeit übermannt mich, gefolgt von einem stechendem Schmerz im Kopf. So sacke ich wieder zusammen, auf einen harten, kalten Steinboden. Autsch! Ich blinzle angestrengt, bis sich meine Augen an das Licht gewöhnen. Die Sonne steht hoch am Horizont.
Das erste, was mir in den Sinn kommt ist das Methorn des Jarls aus Hunjer. Meine Hand tastet über meinen Körper. Wo ist es? Ich hatte es auf meiner Rückreise nach Helvegen stets nah bei mir an meinem Gürtel, aber dort, wo ich die prunkvoll verzierte Oberfläche eines Trinkhornes hätte spüren sollen, ist nichts. Und wenn ich sage nichts, dann meine ich absolut gar nichts. Ich ignoriere den pochenden Schmerz in meinen Schläfen als ich erneut den Kopf hebe, diesmal aber an mir hinabschaue. Immer noch wirkt alles leicht verschwommen, unwirklich. Deshalb habe ich bis jetzt nicht wirklich realisiert, dass ich keine Hosen mehr trage. Ich starre hinab auf meine nackten Beine, meinen Schwanz, den nackten Bauch. Meine Hand fährt über den kahl geschorenen Kopf, ich spüre etwas Warmes und etwas Blut klebt an meinen Fingern. Scheiße! Also war es nicht der Met, der mich wieder dahinrafft wie eine Sklavin nach einer ordentlichen Tracht Prügel. Panisch versuche ich mich aufzustemmen. Meine Beine sind taub und knicken weg. Verdammt, wie lange lag ich hier? Ich versuche mir einen Überblick zu verschaffen. Ich bin nicht mehr im Norden. Es ist kalt ja, aber es liegt kein Schnee. Zu beiden Seiten erstreckt sich eine glatte Felswand empor. Ich liege in einer Art Schlucht. Es ist Tag, die Strahlen der Sonne durchfluten den engen Gang. Endlich schaffe ich es mich auf den Beinen zu halten. Waren da Geräusche? Ein konstantes Pfeiffen in meinen Ohren begleitet das heftiger werdende Pochen unter meiner Schädeldecke. Gleich platzt sie. Aber ich muss hier weg. Irgendetwas sagt mir, dass ich, entledigt all meiner Sachen und unbewaffnet, geradewegs in große Gefahr laufe.
Trotz meiner Schmerzen und der Taubheit von Ahn, vielleicht auch Tage vergangenen Ohnmacht beginne ich in eine willkürliche Richtung zu rennen. Die eiligen Schritte meiner nackten Füße auf felsigem Untergrund hallen in der endlos entlanglaufenden Schlucht wieder. Nach etwa zehn Ehn bleibe ich stehen, schwer atmend. Meine Kondition war auch schonmal besser... Ich drehe mich um. Habe ich den richtigen Weg genommen? Die Schlucht scheint kein Ende zu nehmen. Zwar beobachte ich angestrengt die Sonne über mir, aber nach jeder Biegung erstreckt sich vor mir erneut ein endlos langer, immer gleich aussehender Gang. Vielleicht hätte ich die andere Richtung versuchen sollen?
Und dann höre ich ein tiefes, grollendes Geräusch...
Das erste, was mir in den Sinn kommt ist das Methorn des Jarls aus Hunjer. Meine Hand tastet über meinen Körper. Wo ist es? Ich hatte es auf meiner Rückreise nach Helvegen stets nah bei mir an meinem Gürtel, aber dort, wo ich die prunkvoll verzierte Oberfläche eines Trinkhornes hätte spüren sollen, ist nichts. Und wenn ich sage nichts, dann meine ich absolut gar nichts. Ich ignoriere den pochenden Schmerz in meinen Schläfen als ich erneut den Kopf hebe, diesmal aber an mir hinabschaue. Immer noch wirkt alles leicht verschwommen, unwirklich. Deshalb habe ich bis jetzt nicht wirklich realisiert, dass ich keine Hosen mehr trage. Ich starre hinab auf meine nackten Beine, meinen Schwanz, den nackten Bauch. Meine Hand fährt über den kahl geschorenen Kopf, ich spüre etwas Warmes und etwas Blut klebt an meinen Fingern. Scheiße! Also war es nicht der Met, der mich wieder dahinrafft wie eine Sklavin nach einer ordentlichen Tracht Prügel. Panisch versuche ich mich aufzustemmen. Meine Beine sind taub und knicken weg. Verdammt, wie lange lag ich hier? Ich versuche mir einen Überblick zu verschaffen. Ich bin nicht mehr im Norden. Es ist kalt ja, aber es liegt kein Schnee. Zu beiden Seiten erstreckt sich eine glatte Felswand empor. Ich liege in einer Art Schlucht. Es ist Tag, die Strahlen der Sonne durchfluten den engen Gang. Endlich schaffe ich es mich auf den Beinen zu halten. Waren da Geräusche? Ein konstantes Pfeiffen in meinen Ohren begleitet das heftiger werdende Pochen unter meiner Schädeldecke. Gleich platzt sie. Aber ich muss hier weg. Irgendetwas sagt mir, dass ich, entledigt all meiner Sachen und unbewaffnet, geradewegs in große Gefahr laufe.
Trotz meiner Schmerzen und der Taubheit von Ahn, vielleicht auch Tage vergangenen Ohnmacht beginne ich in eine willkürliche Richtung zu rennen. Die eiligen Schritte meiner nackten Füße auf felsigem Untergrund hallen in der endlos entlanglaufenden Schlucht wieder. Nach etwa zehn Ehn bleibe ich stehen, schwer atmend. Meine Kondition war auch schonmal besser... Ich drehe mich um. Habe ich den richtigen Weg genommen? Die Schlucht scheint kein Ende zu nehmen. Zwar beobachte ich angestrengt die Sonne über mir, aber nach jeder Biegung erstreckt sich vor mir erneut ein endlos langer, immer gleich aussehender Gang. Vielleicht hätte ich die andere Richtung versuchen sollen?
Und dann höre ich ein tiefes, grollendes Geräusch...
Samstag, 24. Dezember 2016
Es wird dunkel...
Ich erinnere mich... nur noch an einen... dumpfen Schlag... So als ob mir jemand eine gußeisernen Pfanne über den Schädel gezogen hätte. Dann wurde alles dunkel...
Samstag, 10. Dezember 2016
Das Methorn des Jarls
Mein Weg führt mich per Schiff über die Arktische See. Der eisige Wind prickelt schmerzvoll auf meiner Haut und immer wieder halte ich nach den mächtigen Eisbrocken ausschau, die immer wieder an das massive Holz des Bugs donnern. Das ohrenbetäubende Krachen und Ächzten des Holzes lässt mich erschaudern, aber glücklicherweise kommt das Schiff heil an der Insel Hunjer an. Hier zeigen sich Frost und Schnee hart und erbarmungslos. Ich meine, noch kälter als in Helvegen. Scheiße, hier gefriert mir selbst die Spucke im Mund, wenn ich zu lange das Maul auflasse! Zu meiner Überraschung ist Hunjer nicht wie angenommen ein weiteres Norddorf, sondern scheint eine ganze Stadt zu sein. Eine Stadt im Ewigen Schnee. Ein mächtiges Torgemäuer, ähnlich wie in Belnend oder En'Kara, erstreckt sich vor mir in die Höhe, an den Seiten ragen hohe Wälle und vereiste, schneeweiße Felsgebilde in den Himmel. Ganz schön protzig, denke ich und betrete die Stadt.
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| Hunjer, eine Insel aus Eis und Schnee |
Am nächsten Morgen erwache ich mit einem brummenden Schädel. Waren doch ein oder zwei Schluck Met zu viel gestern. Ich nehme mir vor etwas frische Luft zu schnappen und plane einen kleinen Rundgang durch die Stadt zu machen, aber als ich einen Schritt in den knöchelhohen Schnee wage, ändere ich meinen Plan und erledige mein morgendliches Geschäft doch lieber gleich neben dem Eingang der Hall. Den gelben Fleck im Schnee, gleich am nächstgelegenen Busch, bemerkt glücklicherweise niemand. Als ich nach einem kräftigen Frühstück einigermaßen zur Besinnung gekommen bin, beschließe ich mich wieder meiner Aufgabe zu widmen. Die Hall füllt sich hier schnell, es hält wohl kaum jemand lange draußen aus. Kein Wunder, der kleinste Windhauch ist so frostig, dass einem direkt die Nasenspitze abfriert. Also unterhalte ich mich angeregt mit den Bewohnern dieser Stadt und erfahre bald, dass der ansässige Jarl hier Rabe genannt wird. Es soll sich um einen weisen und sehr klugen Seher handeln. Tja, das würde mich wohl kaum von meiner Aufgabe abschrecken, schließlich denke ich seit meiner Ankunft immer wieder an Nasty, auch wenn mir eine rothaarige Sklavin mit feinen Sommersprossen über der blassen Haut besonders gut gefällt. Ich weiß bis heute nicht, wie sie genannt wird.
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| Der Jarl und Seher Rabe |
Rabe ist ein dunkelhaariger, eingesessener Goreaner, dem der raue Norden praktisch ins Gesicht geschrieben steht. Ich beneide ihn um das viele, prunkvolle Fell auf seinen Schultern, was mich darauf bringt, dass ich selbst noch ein Fell brauchen kann. In meiner List schicke ich gleich eine Sklavin, die ihm aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft in meinem Namen einen guten Met servieren soll. Aber bitte gefälligst aus seinem liebsten Horn. Ich schmunzle und beobachte, wie die Sklavin das reich verzierte Horn dem Jarl überreicht. Meine Augen blitzen auf, jetzt weiß ich, welches Horn unter den vielen das Richtige ist.
Der Abend verläuft ebenso feucht fröhlich wie der gestrige. Ob es an dem eisigen, rauen Klima liegt oder einfach daran, dass der Met wirklich unbeschreiblich köstlich schmeckt kann ich nicht sagen, aber ich saufe wie ein Larl. Zumindest scheint es hier auf der Insel noch ungemütlicher zu sein als in Helvegen. Kein Wunder, der arktische Wind fegt erbarmungslos über die eisige See. Mittlerweile ist es späte Nacht und ich habe den Jarl der Stadt immer wieder beobachtet, wie er aus seinem Lieblingshorn säuft und scheinbar eine Gefangene zur Sklavin nimmt. Der Norden ist wirklich sehr hart, denke ich, und falle angenehm besoffen in die Pritsche.
Der nächste Morgen verläuft nicht besser wie der erste. Jede Bewegung schmerzt und wie eine Leiche bewege ich mich von der Pritsche zur hölzernen Bank. Da meine Kehle ausgetrocknet ist, will ich mir gerade einen Met bei der Sklavin bestellen. Das süßliche Getränk würde mir gut tun und mich wieder auf die Beine bringen. Da gesellt sich eine freundliche Heilerin an den Tisch, die mir den Alkohol streng abrät und stattdessen einen Tee anbietet, um meine Schmerzen etwas zu lindern. Ich verziehe die Mundwinkel. Tee? Nagut, wenn es mir wirklich hilft, willige ich ein. Sie gibt der Sklavin etwas, das sie in den Tee untermischen soll. Sieht aus wie Blütenblätter. Ich bin skeptisch, aber da es sich um eine Heilerin handelt und mir der Schmerz wirklich bis in die müden Knochen geht, hinterfrage ich es nicht weiter und zwänge den Tee in mich rein. Schon bald spüre ich tatsächlich Besserung.
Einige Ehn später sitze ich wieder munter, als wäre nie was gewesen in der Hall, bis mir die Aufgabe wieder in den Sinn kommt. Ich werde nervös, als ich das Horn in seiner Halterung auf dem Tisch stehen sehe. Es schimmert im flackernden Lichtschein des Kaminfeuers und das Metall blitzt kurz auf. Eine Sklavin befindet sich noch in der Hall, aber sie scheint mich glücklicherweise gar nicht zu beachten. Was treibt die eigentlich da? So genau bekomme ich das nicht mit, denn mein Blick ist wieder gänzlich an das Dinge gehaftet und ich setze mich direkt davor auf die Bank. Von dem Erfolg meiner Mission hängt meine ganze Gefährtenschaft ab. Ich bin noch nervöser als ich es vor wenigen Tagen vor dem Lager der Wilden war. Meine Hände sind feucht und zittrig, als ich sie ineinanderlege. Die Sklavin scheint sich wirklich auf den Weg nach draußen zu machen. Kurz spricht sie mich an, allerdings erinnere ich mich kaum noch an die gesagten Worte, denn meine Nervosität steigt ins Unermessliche. Schöpft sie einen Verdacht? Spontan beschließe ich das Horn jetzt in diesem günstigen Moment, wo ich mal alleine in der Hall bin, einfach mitzunehmen. Mein Blick geht wieder auf das Horn, frisch geputzt und poliert scheint es mich regelrecht anzulachen.
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| Die Versuchung das Horn einfach zu nehmen ist groß |
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| Immer wieder beobachte ich das Mädchen nervös bei seiner Arbeit |
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| Unauffällig schmuggle ich das Horn an dem Wachmann vorbei |
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| Draußen treffe ich auf ein paar Bewohner - Mist |
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| Fast geschafft! |
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| Ein letztes Mal verstecke ich das Horn hinter meinem Rücken |
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Die Fellhöschen der Wilden
Sigurd, der ausdrücklich nur Jarl genannt werden will (Dorfjarl erscheint eine Verhöhnung, welche sich die Südländer ausgedacht haben - an dieser Stelle entschuldige ich mich für all die Male, in denen ich ihn hier so bezeichnet habe), erteilt mir die erste Aufgabe. Sie klingt so banal wie schwierig: Besorge ein Fellhöschen der Wilden Mutter Luq aus dem Stamm der Ki'Karas. Ich erinnere mich noch gut an diesen Stamm (nachzulesen hier: "Reise durch die Nördlichen Wälder"). Auch an eine Wilde, die offensichtlich Mutter oder einfach Ma genannt wird. Sie hat damals auch entschieden mich wieder laufen zu lassen, nachdem ich mich empört habe, wieso man einen einfachen Pilger durch sinnlose Gefangennahme aufhält. Damals habe ich schon um Kopf und Kragen verhandelt, das würde mir sicher noch einmal gelingen. Wieso Sigurd ausgerechnet das Fellhöschen der Wilden von mir fordert, weiß ich (noch) nicht und es schaudert mir auch sichtlich, wenn ich daran denke diesem Haufen nochmal begegnen zu müssen. Dennoch nehme ich ohne Widerworte die Aufgabe selbstsicher an, ich will Nasty, Sigurd, dem ganzen Dorf und den Göttern zeigen, welch mutiger und entschlossener Goreaner ich bin - oder eben durch meine Pilgerreise geworden bin.
Lovis packt mir wieder einen großzügigen Beutel Proviant zusammen; geräucherter Schinken, etwas Käse, frisches Brot und sogar ein Stück süßes Midwinterbrot. Natürlich wissen alle im Dorf, welche Gefahr dieses Unterfangen mit sich bringt. Mit den Wilden ist nicht zu Spaßen, insbesondere als Goreanischer Mann. Es ist gemeinhin bekannt, dass diese primitiven Weiber gerne mal den ein oder anderen Goreaner, der sich allzu nahe in ihr Revier wagt, hinterlistig gefangen nehmen, um ihn dann zu versklaven oder im schlimmsten Fall sogar zu töten. Jedenfalls sind sie nicht besonders gut auf uns Männer zu sprechen und die Aufgabe ist demnach nicht einfach. Entsprechend sehnsüchtig verabschiedet sich Nasty von mir, als wir uns etwas Abseits vom Dorf in den Armen liegen. Ihre leidenschaftlichen Küssen machen mich trotz der Situation rasend vor Lust. Am liebsten hätte ich sie gleich gepackt und in die Felle gezerrt, um IHR das Höschen zu klauen. Aber mein Wille sie zu meiner Frau zu nehmen ist stärker, so reise ich noch am selben Tag in die Nördlichen Wälder.
Den Weg zu den Wilden kenne ich ja noch ungefähr vom letzten Mal. Im Nachhinein betrachtet war diese Gefangennahme als Pilger ganz schön doof und unüberlegt. Dass mich die Wilden damals frei gelassen haben schien mit dem unendlichen Glück und dem Segen der Priesterkönige zu tun haben. Oder war es Odin, einer der Götter des Nordens?
Natürlich sind die Wilden nicht begeistert, dass ich ihr Versteck gefunden habe. Ich hatte zwar Schwierigkeiten und wanderte die letzten zwei vollen Tage irrend durch den sehr großen Wald, aber die Wilden haben mich natürlich bald ausfindig gemacht und zeigen sich entsprechend aggressiv. Ich versuche durch vorgespielten Charme und Empathie ihre Gunst zu gewinnen. Auch erzähle ich von der Freilassung durch Ma Luq, welche, wie ich feststelle, wohl so etwas wie die "Anführerin" dieses Packs sein soll. Ich erwähne, dass ich selbst ein Jäger bin und schenke ihnen ein Stück Käse. Eine Wilde erkenne ich, sie scheint mir recht friedsam zu sein, was mich doch überrascht - wobei mich zugegebener Maßen einige vergangene Begegnungen mit den Wilden doch sehr überrascht haben. Andere zeigen sich seit eh und je stets aggressiv und drohend. Das Schlimmste an der Situation ist, dass immer mehr Wilde hinzu kommen und mich einkreisen.
Ich versuche an die weisen Worte Sigurds zu denken - ein Jäger, kühl, mutig, geduldig und ruhig erlangt er ans Ziel. Also lasse ich mir Beleidigungen gefallen und frage immer wieder nach Mutter Luq, um mich bei ihr für die damalige Freilassung zu bedanken. Die EN, wie die Wilden ihr Oberhaupt nennen, würde soll entscheiden, was mit mir passiert. Ich lege meine Waffen ab und versuche den Gesprächen unter den Wilden zu folgen, verstehe allerdings kein Wort, sondern ernte nur misstrauische, missbilligende Blicke. Als Luq endlich aus dem Lager kommt - ich erkenne sie sofort wieder - sieht sie nicht besonders gesonnen mir gegenüber aus. Nichts erinnert sie an die Güte, die sie mir gegenüber hatte, als ich das letzte Mal in Fesseln vor ihr stand.
Ich schlucke schwer, mein Mund fühlt sich trocken an. Es fällt mir schwer, umkreist von aggressiven Wilden, einen kühlen Kopf zu bewahren und die EN scheint nicht besonders geduldig zu sein. Nachdem ich auf versteckte Waffen kontrolliert wurde - die Axt, der Schild und der Bogen liegen außer meiner Reichweite - fragt mich Luq im forschen Ton, was ich denn von ihr will. Blödes Waldweib! Was bildet sie sich ein, nur weil sie umkreist von ihrem primitiven Sklavenhaufen einem unbewaffneten Mann überlegen ist? Am liebsten hätte ich sie wohl gepackt, aber ich beruhige mich schnell und schaffe es sogar meine Wut sowie meinen Stolz runterzuschlucken und ihr Honig ums vorlaute Panthermaul zu schmieren. Natürlich will ich was von ihr und so spreche ich mein Begehr auch gleich aus. Ein Höschen soll es sein, am Liebsten doch von der "hohen Mutter" persönlich. Tausend Mal habe ich mir auf dem Weg hier hin überlegt, wie ich sie darum bitte. Das Ganze mit roher Gewalt versuchen, um ihr dann das Fellhöschen weg zunehmen kommt für mich angesichts der zahlreichen Überlegenheit nicht in Frage. Also versuche ich es mit einer geschickten Ausrede. Heiter erzähle ich drauf los, dass mein Weib Nasty untenrum ständig frieren würde, jetzt wo es kälter wird. Sie läge mir damit schon seit Tagen in den Ohren, ich soll ihr doch als Jäger selbst so ein Fellhöschen wie bei den Wilden machen. Da ich aber als gestandener Kerl natürlich keinerlei Ahnung von den Vorlieben einer Frau weiß, brauche ich eine Vorlage. Die von Luq sah natürlich besonders kuschlig aus, da dachte ich mir sie einfach zu fragen und mich bei der Gelegenheit gleich für meine Freilassung bei ihr zu bedanken.
Erst herrscht wohl Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Wilden. Natürlich, so denke ich, fragt selten jemand nach einem Höschen. Ich schlucke und spüre sogleich die Abneigung einiger, andere werfen mir gehässige Kommentare, wie "Perversling" entgegen. Ich schnaufe, immer noch versuchend ruhig zu bleiben und biete ihr zum Tausch meinen Fellumhang an. Es herrscht eine angespannte Stimmung und ich verhandle um Kopf und Kragen. Nach einer Zerreißprobe, debattierendem hin und her und weiteren Drohungen holt Luq schließlich ein schönes Fellhöschen aus dem Lager. Ich explodiere schier vor Erleichterung, bedanke mich vielleicht auch einmal zu viel und nehme das Stück Fell entgegen. Als Gegenleistung gebe ich ihr den versprochenen Umhang, auch wenn sie daraus sicherlich mehr als fünf weitere Höschen schneidern könnte und der Tausch nicht unbedingt zu meinem Vorteil ist. Aber ich habe, was ich unbedingt brauche und so ist es mir dieses Opfer recht. Zudem würde ich mir in den nächsten Tagen ein neues Fell erjagen können. Mit der Trophäe in meiner Tasche mache ich mich auf den Rückweg und kann es kaum erwarten Sigurd von meinem Erfolg zu erzählen.
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| Warum ausgerechnet ein Fellhöschen? |
Lovis packt mir wieder einen großzügigen Beutel Proviant zusammen; geräucherter Schinken, etwas Käse, frisches Brot und sogar ein Stück süßes Midwinterbrot. Natürlich wissen alle im Dorf, welche Gefahr dieses Unterfangen mit sich bringt. Mit den Wilden ist nicht zu Spaßen, insbesondere als Goreanischer Mann. Es ist gemeinhin bekannt, dass diese primitiven Weiber gerne mal den ein oder anderen Goreaner, der sich allzu nahe in ihr Revier wagt, hinterlistig gefangen nehmen, um ihn dann zu versklaven oder im schlimmsten Fall sogar zu töten. Jedenfalls sind sie nicht besonders gut auf uns Männer zu sprechen und die Aufgabe ist demnach nicht einfach. Entsprechend sehnsüchtig verabschiedet sich Nasty von mir, als wir uns etwas Abseits vom Dorf in den Armen liegen. Ihre leidenschaftlichen Küssen machen mich trotz der Situation rasend vor Lust. Am liebsten hätte ich sie gleich gepackt und in die Felle gezerrt, um IHR das Höschen zu klauen. Aber mein Wille sie zu meiner Frau zu nehmen ist stärker, so reise ich noch am selben Tag in die Nördlichen Wälder.
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| Noch ein letzter, inniger Moment, bevor ich aufbreche |
Natürlich sind die Wilden nicht begeistert, dass ich ihr Versteck gefunden habe. Ich hatte zwar Schwierigkeiten und wanderte die letzten zwei vollen Tage irrend durch den sehr großen Wald, aber die Wilden haben mich natürlich bald ausfindig gemacht und zeigen sich entsprechend aggressiv. Ich versuche durch vorgespielten Charme und Empathie ihre Gunst zu gewinnen. Auch erzähle ich von der Freilassung durch Ma Luq, welche, wie ich feststelle, wohl so etwas wie die "Anführerin" dieses Packs sein soll. Ich erwähne, dass ich selbst ein Jäger bin und schenke ihnen ein Stück Käse. Eine Wilde erkenne ich, sie scheint mir recht friedsam zu sein, was mich doch überrascht - wobei mich zugegebener Maßen einige vergangene Begegnungen mit den Wilden doch sehr überrascht haben. Andere zeigen sich seit eh und je stets aggressiv und drohend. Das Schlimmste an der Situation ist, dass immer mehr Wilde hinzu kommen und mich einkreisen.
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| Der Stamm der Ki'Kara scheint groß zu sein |
Ich versuche an die weisen Worte Sigurds zu denken - ein Jäger, kühl, mutig, geduldig und ruhig erlangt er ans Ziel. Also lasse ich mir Beleidigungen gefallen und frage immer wieder nach Mutter Luq, um mich bei ihr für die damalige Freilassung zu bedanken. Die EN, wie die Wilden ihr Oberhaupt nennen, würde soll entscheiden, was mit mir passiert. Ich lege meine Waffen ab und versuche den Gesprächen unter den Wilden zu folgen, verstehe allerdings kein Wort, sondern ernte nur misstrauische, missbilligende Blicke. Als Luq endlich aus dem Lager kommt - ich erkenne sie sofort wieder - sieht sie nicht besonders gesonnen mir gegenüber aus. Nichts erinnert sie an die Güte, die sie mir gegenüber hatte, als ich das letzte Mal in Fesseln vor ihr stand.
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| Die EN der Ki'Karas |
Ich schlucke schwer, mein Mund fühlt sich trocken an. Es fällt mir schwer, umkreist von aggressiven Wilden, einen kühlen Kopf zu bewahren und die EN scheint nicht besonders geduldig zu sein. Nachdem ich auf versteckte Waffen kontrolliert wurde - die Axt, der Schild und der Bogen liegen außer meiner Reichweite - fragt mich Luq im forschen Ton, was ich denn von ihr will. Blödes Waldweib! Was bildet sie sich ein, nur weil sie umkreist von ihrem primitiven Sklavenhaufen einem unbewaffneten Mann überlegen ist? Am liebsten hätte ich sie wohl gepackt, aber ich beruhige mich schnell und schaffe es sogar meine Wut sowie meinen Stolz runterzuschlucken und ihr Honig ums vorlaute Panthermaul zu schmieren. Natürlich will ich was von ihr und so spreche ich mein Begehr auch gleich aus. Ein Höschen soll es sein, am Liebsten doch von der "hohen Mutter" persönlich. Tausend Mal habe ich mir auf dem Weg hier hin überlegt, wie ich sie darum bitte. Das Ganze mit roher Gewalt versuchen, um ihr dann das Fellhöschen weg zunehmen kommt für mich angesichts der zahlreichen Überlegenheit nicht in Frage. Also versuche ich es mit einer geschickten Ausrede. Heiter erzähle ich drauf los, dass mein Weib Nasty untenrum ständig frieren würde, jetzt wo es kälter wird. Sie läge mir damit schon seit Tagen in den Ohren, ich soll ihr doch als Jäger selbst so ein Fellhöschen wie bei den Wilden machen. Da ich aber als gestandener Kerl natürlich keinerlei Ahnung von den Vorlieben einer Frau weiß, brauche ich eine Vorlage. Die von Luq sah natürlich besonders kuschlig aus, da dachte ich mir sie einfach zu fragen und mich bei der Gelegenheit gleich für meine Freilassung bei ihr zu bedanken.
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| Die Wilden beobachten mich misstrauisch mit gezückten Waffen |
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| Die Vielfalt dieser wilden Schlampen ist sehr groß |
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| Glücklicherweise passiert mir bei der ganzen Aktion nichts |
Sonntag, 4. Dezember 2016
Die drei Aufgaben
Endlich, Sigurd, Bruder Yorics und Jarl (das Oberhaupt nordischer Dörfer) von Helvegen. sitzt vor mir in der Hall. Er, so waren Yorics Worte, kann mir meiner Entscheidung bezüglich der Gefährtenschaft weiterhelfen. Leider war das Gespräch recht unbefriedigend, denn ausgenommen von den bisherigen Taten, um die Gunst der Götter für mich zu erlangen, erwarten mich in den nächsten Tagen insgesamt drei Aufgaben, die ich erfolgreich erledigen muss. So langsam komme ich mir weniger wie ein künftiger Gefährte vor, sondern vielmehr wie ein amüsanter Spielball für Zuschauer des Dorfes. Tapfer nehme ich die Anforderung an, schließlich möchte ich endlich Klarheit und Nasty zum Weib. Wir verbleiben damit, dass Sigurd mir in den nächsten Tagen die Aufgaben einzeln stellen wird. Ich nickte entschlossen, aber hinter meinem Schädel brodelt die Unsicherheit.
Später lasse ich meine Axt von dem Schmied Riki prüfen. Er begutachtet sie mit gekonntem Auge und stellt fest, dass sie der Dorfjarl Sigurd persönlich geschmiedet hat. Das macht mich schon sehr stolz. Ich wusste nicht, wie viele Fähigkeiten die Nordleute zeitgleich haben können. Riki strebt zudem scheinbar den Rang des Berserkers an. Keine Ahnung, was das sein soll, aber es war mir zu peinlich zu fragen, zudem würde ich es noch schnell genug erfahren.
Nach etlichen, recht kühlen und kargen Kontakten zu Nasty, kommt sie mit geröteten Wangen auf mich zu. Mir ist aufgefallen, dass ich im Norden weitaus weniger Saufe, sondern nur hin und wieder warmen Met trinke, um mich von innen zu wärmen. Ob es die Nähe zu dieser Frau ist? Wobei, die derzeitigen Zustände unserer zarten Beziehung mich dazu verleiten zu einem zweiten Met zu greifen. Zu meiner Überraschung lächelt sie mich an, von diesem Moment an bin ich wie gebannt und erinnere mich auch nicht mehr klar, was daraufhin geschehen ist. Ich finde mich nur später in ihrer Hütte wieder, wie ich ihrem recht sturen und mir gegenüber nicht gerade aufgeschlossenen Sklaven dabei helfe schwere Balken auf einen Zwischenboden unter dem Dach ihrer Hütte zu lagern. Ich bin schon ein bisschen verwundert, schließlich hat Nasty, die übrigens bei der schweißtreibenden Arbeit munter zugeschaut hat ohne auch nur einen kleinen Finger zu krümmen, gerade erst eine "Hütte auf Zeit" zugewiesen bekommen und baut diese nun mal eben einfach um. Ob der Dorfjarl damit so zufrieden ist? Sie erzählt irgendwas von einem Keller, den sie ausbauen möchte. Wenn ihr mich fragt, ist sie nun völlig durchgedreht...
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Nach etlichen, recht kühlen und kargen Kontakten zu Nasty, kommt sie mit geröteten Wangen auf mich zu. Mir ist aufgefallen, dass ich im Norden weitaus weniger Saufe, sondern nur hin und wieder warmen Met trinke, um mich von innen zu wärmen. Ob es die Nähe zu dieser Frau ist? Wobei, die derzeitigen Zustände unserer zarten Beziehung mich dazu verleiten zu einem zweiten Met zu greifen. Zu meiner Überraschung lächelt sie mich an, von diesem Moment an bin ich wie gebannt und erinnere mich auch nicht mehr klar, was daraufhin geschehen ist. Ich finde mich nur später in ihrer Hütte wieder, wie ich ihrem recht sturen und mir gegenüber nicht gerade aufgeschlossenen Sklaven dabei helfe schwere Balken auf einen Zwischenboden unter dem Dach ihrer Hütte zu lagern. Ich bin schon ein bisschen verwundert, schließlich hat Nasty, die übrigens bei der schweißtreibenden Arbeit munter zugeschaut hat ohne auch nur einen kleinen Finger zu krümmen, gerade erst eine "Hütte auf Zeit" zugewiesen bekommen und baut diese nun mal eben einfach um. Ob der Dorfjarl damit so zufrieden ist? Sie erzählt irgendwas von einem Keller, den sie ausbauen möchte. Wenn ihr mich fragt, ist sie nun völlig durchgedreht...
Samstag, 3. Dezember 2016
Auf dem Runenberg
Ich packe meinen Pilgerstab und schaue entschlossen in die Runde. Man vermutete ja schon insgeheim, dass ich diese Aufgabe wohl nicht packen würde. Das kränkt mich insgeheim doch schon, dass man mir, als erfahrener Jäger aus dem Voltai-Gebirge, nicht zutraut alleine den nicht besonders hohen Runenberg zu erklimmen. Zugegeben, der beschwerliche Weg auf den zugeschneiten, vereisten Berg ist sicher nicht einfach, aber weitaus schwieriger erscheint mir die Opferung meines geliebten Pilgerstabes zu sein. Er ist mir ans Herz gewachsen, während wir viele Passang gemeinsam hinter uns gebracht haben. Jetzt führt kein Weg mehr zurück, meine Entscheidung steht und fällt mit der Opfergabe. In meinen neuen Stoffen gekleidet fühle ich mich vor der Kälte geschützter, so verlasse ich die Hall und stapfe hinaus in den Schnee. Vielleicht grinst der ein oder andere noch höhnisch und vielleicht schließen sie jetzt sogar Wetten ab.
Es schneit mal wieder. Ich blinzle und versuche mich zu erinnern, wo der Weg zum Runenberg nochmal hinführt. Die letzten Tage habe ich ihn immer mal wieder zwischen den eingeschneiten Strohdächer der Hütten gesehen. Jetzt, wo frischer Neuschnee liegt, sieht alles wieder ganz anders aus. Als ich den Weg endlich gefunden und betreten habe schaudere ich, aber nicht, weil mir kalt ist, sondern aufgrund der seltsamen Stimmung, die dieser Ort auslöst. Vielleicht liegt es auch an den seltsamen Statuen aus verschiedenen Knochen und Schädeln, die den Wegesrand zieren. Oder aber an der stark verwesten Leiche eines Kriegers, der vermutlich auf halbem Weg seinen Tod auf diesem Berg gefunden hat.
Es ist sehr dunkel, was mir den Weg auf den Berg erschwert. Genauer genommen wird es nicht mehr richtig hell. Ich spüre die Müdigkeit in meinen Beinen, die bei jedem Schritt tiefer in den Schnee sacken und sehe meinen keuchenden Atem, der in Form einer dunstigen Wolke vor meinem Gesicht aufsteigt. Mein Kopf schwirrt voller Gedanken und Fragen, warum ich das hier mache und ob ich nicht doch umkehren sollte, zurück in mein heimatliches Dorf reisen und dort unbeschwert und sorglos mein Leben als Jäger weiter verbringen. Ob sie mich dort schon ersetzt haben? Vermissen sie mich? Meine Familie gewiss. Ich sollte ihnen bald schreiben.
Wie ich schon erwähnte, er war nicht besonders hoch oder steil. Aber ich bin einige Male auf eingeschneiten Eisflächen gefährlich ausgerutscht. Ein paar blaue Flecke an Knien und Ellbogen werde ich sicher davontragen. Wenn ich mir überlege, wie leicht man sich hier das Genick brechen kann, wird mir ganz bang. Ich bin übervorsichtig und kontrolliere jeden Schritt auf Trittfestigkeit und trotzdem rutscht mir der Stiefel immer mal wieder unglücklich weg. Ich komme nur langsam und schwerlich voran. Endlich - gefühlt sind einige Ahn vergangen - erreiche ich die Spitze des Berges und betrete ein Plateau.
Sofort spüre ich etwas mystisches an und in diesem Berg, ähnlich wie damals am Sardar-Gebirge. Die riesigen, bearbeiteten Felsgebilde, die um eine Art steinernen Opfertisch aufgereiht in die Höhe ragen, wirken umso unheimlicher und absurder. Ein unangenehm scharfer Wind schlägt mir hier oben ins Gesicht und, obwohl der Ort seelenleer erscheint, brennen noch Fackeln und ich spüre eine fremdartige Präsenz. Schnaufend sammle ich Mut und trete in den Kreis, um meinen Pilgerstab auf dem einfachen Tisch abzulegen. Ich kann noch deutlich Blut auf der steinernen Fläche ausmachen und schlucke. Während ich noch die Urkunde aus meiner Tasche krame, um sie hinzuzulegen, schließe ich meine Augen und stelle mir die göttliche Präsenz nordischer Götter vor. Ich bitte sie im Stillen, dass sie mir beistehen mögen in meiner Entscheidung Nasty Palen als Gefährtin zu nehmen und unseren fortan gemeinsamen Weg segnen würden. Meine Brust füllt sich mit einer angenehmen Wärme und ich spüre eine für mich unbeschreibliche Anwesenheit, die mir die Nackenhaare zu Berge stellen lässt. Meine Hände zittern, als ich das Pergament der Urkunde auflege, mich noch einmal ehrfürchtig verbeuge und mit drei großen Schritten den Tisch verlasse, ohne ihm den Rücken zuzukehren. Ich kenne weder die Gebräuche, noch die Verhaltensformen gegenüber Nordischer Götter, aber mein gesunder, goreanischer Verstand ermahnt mich zum absoluten Respekt gegenüber dem Unbekannten.
Zum Abschluss hauche ich noch ein leises „Danke!“ in die kalte Nordluft und wende mich zum Gehen ab. Der Abstieg ist noch anstrengender und ich muss mich eisern auf jeden Schritt konzentrieren, um nicht auszurutschen - was mit nach den jüngsten Erfahrungen ziemlich schwer fällt. Ich bin unvorsichtig und schon rutscht mein Bein voran, rücklings lande ich schmerzvoll auf dem Steiß und rutsche gut zehn Schritt unkontrolliert bergabwärts, bevor ich mich an einem dünnen Zweig des kahlen Gestrüpps festhalten kann. Mein Herz rast und trotz der eisigen Kälte (ich bin über und über mich Schnee bedeckt) schwitze ich vor Angst. Das war ziemlich knapp, weshalb ich den Rest des Weges teilweise kontrolliert auf knien rutschend und an dem seitlichen Gestrüpp festhaltend hinter mich bringe. Es wäre mir sicher unendlich peinlich gewesen, wenn mich jemand bei dieser Aktion gesehen hätte. Unten angekommen richte ich mich sofort auf, klopfe mir den Schnee von der Kleidung und bemerke dabei, dass er teilweise schon geschmolzen in den Stoff eingesogen war, was nicht gerade förderlich ist, wenn man sich im eiskalten Norden befindet. Dementsprechend bibbernd und unterkühlt trete ich in Hall, bei jedem Schritt verliere ich weiterhin Schneebrocken, bis ich am Feuer angekommen bin, wo ich mich zitternd aufwärme, während ich stotternd erzähle, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Immer noch aufgeregt von meinem Erlebnis auf dem Runenberg, bemerke ich erst später, dass mir Sigurd, der Jarl des Dorfes, genau gegenüber sitzt.
Es schneit mal wieder. Ich blinzle und versuche mich zu erinnern, wo der Weg zum Runenberg nochmal hinführt. Die letzten Tage habe ich ihn immer mal wieder zwischen den eingeschneiten Strohdächer der Hütten gesehen. Jetzt, wo frischer Neuschnee liegt, sieht alles wieder ganz anders aus. Als ich den Weg endlich gefunden und betreten habe schaudere ich, aber nicht, weil mir kalt ist, sondern aufgrund der seltsamen Stimmung, die dieser Ort auslöst. Vielleicht liegt es auch an den seltsamen Statuen aus verschiedenen Knochen und Schädeln, die den Wegesrand zieren. Oder aber an der stark verwesten Leiche eines Kriegers, der vermutlich auf halbem Weg seinen Tod auf diesem Berg gefunden hat.
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| Dieser Berg ist mir nicht ganz geheuer |
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| Die Aussicht ist trotz des gefährlichen Weges sehr schön |
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| Der Runenberg in voller Pracht |
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| Das Plateau bildet eine kreisrunde Fläche, umrahmt von hohen Steinen |
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| Ehrfürchtig lege ich den Pilgerstab auf den Opfertisch |
Sonntag, 27. November 2016
Ein neuer Aufzug
Auf der Rückreise muss ich erneut durch die Nördlichen Wälder reisen. Darauf habe ich natürlich wenig Lust, nur ungerne erinnere ich mich an die leidigen Waldweiber, die die Reise ungemütlich machen können. Glücklicherweise - oder gerade wegen meiner extremen Vorsicht - bleiben mir die Biester vom Hals. Auf eine Wiederbegegnung im Lager kann ich absolut verzichten. Als ich in Helvegen ankomme habe ich das Gefühl, dass der Schnee um einige Finger höher ist als bei meiner Abreise. Durchfrostet stapfe ich in die Longhall, alles liegt noch in einer angenehmen Ruhe, was mir ganz Recht ist. Immer noch klingen meine tiefen Gedanken der Pilgerfeier nach. Was für ein Eindruck diese Begegnung bei mir hinterlassen hat, obgleich es sich um eine einfache Zeremonie handelt.
Ich treffe Lovis, die mir freundlicherweise ein Bad im Zuber herrichten lässt. Sie bedankt sich für die Tabuk und spricht sogar an, dass dringend jemand für die Holzarbeiten gesucht wird. Mit den Arbeiten eines Zimmermanns hatte ich bisher wenig zu tun, aber ich willige ein darüber nachzudenken. Zu meiner Überraschung findet mein Bad direkt in der Hall statt. Zunächst noch geniert ziehe ich mich vor den Augen eines Weibes aus und steige in die Wanne. Das warme Wasser ist ein Gedicht. Normalerweise gibt es einen einberufenen Badetag, erklärt mir Lovis. Aber sie macht eine Ausnahme. Wirklich nett! Ich fange an diesen Ort trotz der Kälte zu lieben.
Es ist schon recht spät und dennoch kommt ein weiteres Weib dazu, das ich nicht kenne. Bevor es noch voller wird steige ich lieber wieder aus der Wanne. Ich finde gefallen daran mich vor den Weibern zu präsentieren und wie verschämt - oder zumindest den Schein bewahren als sei man verschämt - diese flüchtige Blicke auf meinen bloßen Körper werfen.
Nachdem ich mich neu eingekleidet habe, diesmal mit dem Hemd von Lovis, was mir übrigens wie angegossen passt, bekomme ich sogar noch Waffen. Wie es sich für einen Jäger gehört statte ich mich mit einem Bogen und einer Axt mit Schild aus. Man weiß ja nie - gerade hier im Norden, wo die Ressourcen über Winter stetig kanpper werden, ist es sicher nicht leicht sein Hab und Gut zu verteidigen. Ich werde in den nächsten Tagen den Schmied aufsuchen, um das Axtblatt schärfen zu lassen. Ich kenne ihn ja schon, Riki heißt er, glaube ich...
Ich treffe Lovis, die mir freundlicherweise ein Bad im Zuber herrichten lässt. Sie bedankt sich für die Tabuk und spricht sogar an, dass dringend jemand für die Holzarbeiten gesucht wird. Mit den Arbeiten eines Zimmermanns hatte ich bisher wenig zu tun, aber ich willige ein darüber nachzudenken. Zu meiner Überraschung findet mein Bad direkt in der Hall statt. Zunächst noch geniert ziehe ich mich vor den Augen eines Weibes aus und steige in die Wanne. Das warme Wasser ist ein Gedicht. Normalerweise gibt es einen einberufenen Badetag, erklärt mir Lovis. Aber sie macht eine Ausnahme. Wirklich nett! Ich fange an diesen Ort trotz der Kälte zu lieben.
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| Das warme Bad ist ein Gedicht nach der Reise aus Sardar |
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| Ich muss sagen, der Norden gefällt mir immer mehr |
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| In der Waffenkammer gibt's viel Auswahl |
Die Pilgerfeier
Vor wenigen Tagen traf ich eine Entscheidung. Ich lege meinen Pilgerstab ab, um ihn den Göttern zu opfern, damit sie mir wohl gesonnen gegenübertreten mögen, wenn ich sie um den Anspruch auf Nasty Palen erbitte. Hoffentlich ist mir das Schicksal gut zugeneigt, denn es war und ist sicherlich keine leichte Entscheidung fortan eine Frau an seiner Seite zu haben. Insbesondere eine ehemalige Regentin, die Haus und Hofstaat neben sich mitbringen würde und jetzt schon mehr als kompliziert handelt. Ich betrachte den Stab, die Ringe. Gold, Silber, Kupfer. Als ich ihn damals in die unsicheren Hände gedrückt bekam, da war der Stab leer und nichtssagend. Nun spricht jeder Ring seine eigenen Geschichten. Ich schmunzle, bin aber auch erschöpft und sogar ein bisschen verwirrt, gerade wenn ich an meine wohl wichtigste Begegnung, Nasty Palen, denken muss. Nun werde ich für sie den Stab niederlegen. Zuvor aber reise ich nach Sardar, denn keine Pilgerreise ist beendet, ohne das Erklimmen dieses Gebirges.
Also packe ich meine Sachen und reise, zurück durch die Nördlichen Wälder, aus der leidlichen Kälte, Richtung Sardar. Ich bin ganz für mich alleine und das ist auch gut so. Nie auf der ganzen Pilgerreise fühlte ich mich so nachdenklich wie auf dieser letzten Reise als Pilger. Der Stab in meiner Hand scheint leicht zu vibrieren. Ob er spürt, dass wir uns bald trennen müssen? Ich streiche über das Holz und denke daran, wie ich ihn auf den Runenberg in Helvegen bringen werde, um ihn zu opfern. Wie sehr man doch an so einem Stück Holz hängen kann, wenn es der einzige, stetige Begleiter durch ganz Gor gewesen ist... Die Reise nach Sardar erscheint wie im Fluge zu vergehen. Das Reisen bin ich ja schon gewohnt, aber meine Gedanken fressen mich täglich fast auf. Erst die Müdigkeit hindert mich davor auf den letzten paar Passang zu rätseln, ob dies hier wirklich der Sinn des ganzen ist. Und ob nicht vielmehr der Weg das Ziel selbst war? Als ich am Tempel zu Sardar ankomme, wird mir erklärt, dass bald eine Zeremonie stattfinden wird, an der die angekommenen Pilger ihre Urkunde erhalten werden.
Und ehe ich es mich versehe stehe ich vor dem gewaltigen Sardar-Gebirge. Sie sind nicht etwa optisch gewaltig, da gibt es noch viel höhere oder gefährlichere Bergketten. Nein, diese Berge sind gewaltig erfüllt mit Frieden, Macht und allem, was sich ein Pilger je erträumen würde, wenn er an diesem Ort steht. Erlösung - eine unbeschreibliche Kraft fällt von meinen Schultern und sagt mir: Endlich! Du hast Sardar erreicht! Ich spüre förmlich die Anwesenheit der Priesterkönige, noch näher kommt kein Goreaner an sie heran. Hier ist der Ursprung all jenes, was in Gor leibt und lebt. Mein Körper erschaudert vor Ehrfurcht, als ich mir bewusst bin, dass ich gerade vor dem größten Wissenden Gors stehe, der die Gebete empfängt und weitergibt.
Die Zeremonie ist langwierig, aber sehr einleuchtend. Hätte mir zu Anfang jemand erzählt, dass ich mich seelisch so bereinigt fühlen würde, ich hätte nur gelacht. Hier, umgeben von dieser Göttlichen Anwesenheit, fühle ich mich wie ein Nichts. Wie viel Bedeutung hat mein Leben als Goreaner? Ich hebe den Kopf, als mein Name gerufen wird und stolziere hinauf zu einem Mann der Blauen Kaste, welcher mir die Urkunde zum Peregrinus erreicht. Jetzt ist es offiziell und ich habe erfolgreich gepilgert. Mein Dorf würde stolz auf mich sein!
Oh, mein Dorf. Fast hätte ich dieses vergessen. Sie würden bald erfahren, dass ich meine Pilgerreise beendet habe. Aber ich würde nicht zurück kehren, denn mein Leben hatte einen neuen Sinn gefunden. Ich habe ein neues Selbst gefunden. Zwischen Alkohol und Sklaven, langen Fußmärschen und Flussfahren, durch die heißeste Tahari und den kältesten Norden - ich war so blind davor mein Ziel zu erreichen, dass ich das wesentliche Ziel in meinem Herzen nicht wahrnehmen konnte. Jetzt, wo ich die Urkunde in der Hand halte, wird mir bewusst, dass sich durch eine Pilgerreise alles verändern konnte.
Also packe ich meine Sachen und reise, zurück durch die Nördlichen Wälder, aus der leidlichen Kälte, Richtung Sardar. Ich bin ganz für mich alleine und das ist auch gut so. Nie auf der ganzen Pilgerreise fühlte ich mich so nachdenklich wie auf dieser letzten Reise als Pilger. Der Stab in meiner Hand scheint leicht zu vibrieren. Ob er spürt, dass wir uns bald trennen müssen? Ich streiche über das Holz und denke daran, wie ich ihn auf den Runenberg in Helvegen bringen werde, um ihn zu opfern. Wie sehr man doch an so einem Stück Holz hängen kann, wenn es der einzige, stetige Begleiter durch ganz Gor gewesen ist... Die Reise nach Sardar erscheint wie im Fluge zu vergehen. Das Reisen bin ich ja schon gewohnt, aber meine Gedanken fressen mich täglich fast auf. Erst die Müdigkeit hindert mich davor auf den letzten paar Passang zu rätseln, ob dies hier wirklich der Sinn des ganzen ist. Und ob nicht vielmehr der Weg das Ziel selbst war? Als ich am Tempel zu Sardar ankomme, wird mir erklärt, dass bald eine Zeremonie stattfinden wird, an der die angekommenen Pilger ihre Urkunde erhalten werden.
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| Sardar, das Ziel eines jeden Pilgers |
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| Der Wissende betet zu den Priesterkönigen |
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| Eine kleine Gemeinde lauscht den seltsamen Worten des Wissenden |
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| Ich erhalte die Urkunde |
Oh, mein Dorf. Fast hätte ich dieses vergessen. Sie würden bald erfahren, dass ich meine Pilgerreise beendet habe. Aber ich würde nicht zurück kehren, denn mein Leben hatte einen neuen Sinn gefunden. Ich habe ein neues Selbst gefunden. Zwischen Alkohol und Sklaven, langen Fußmärschen und Flussfahren, durch die heißeste Tahari und den kältesten Norden - ich war so blind davor mein Ziel zu erreichen, dass ich das wesentliche Ziel in meinem Herzen nicht wahrnehmen konnte. Jetzt, wo ich die Urkunde in der Hand halte, wird mir bewusst, dass sich durch eine Pilgerreise alles verändern konnte.
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| In Sardar wird aus dem Pilger ein Peregrinus |
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